Donnerstag, Juli 28, 2016

Offener Brief an die Post

Sehr geehrte Damen und Herren, vor ca. 10 Tagen habe ich für mich, meine Ehefrau und meine drei Kinder einen Nachsendeauftrag erteilt, weil ich umgezogen bin. 5 Namen ist schon viel und kann zur Verwirrung führen, wenn unter der alten Anschrift auch noch der selbe Nachname verblieben ist. Aber, werte Damen und Herren, das ist ihr Problem, wie Sie das lösen. Ich habe in Form der Gebühr meinen Teil der Abmachung erfüllt. Sie nicht. Heute erhielt mein 10-jähriger Sohn fünf an ihn umadressierte Postsendungen. Davon war je eine für meine Ehefrau und eine für mich. Drei waren aber ursprünglich an Personen gerichtet, die nach wie vor unter der alten Anschrift wohnen und auch dort zeitnah ihre Post erhalten wollen. Fehler Nr. 1

Ich wollte die Sache rasch und auf dem kurzen Dienstweg regeln und begab mich zur ehemaligen Hauptpost in Heidelberg, wo mir ein Schaltermitarbeiter in Postuniform mitteilte, dass ich bei ihm an der falschen Adresse(!) sei.
Wegen Beschwerden beim Nachsendeauftrag sollte ich mich doch bitte an die Post in München wenden, dort die Auftragsnummer angeben und am besten schriftlich. Er trage zwar eine Postuniform, sei aber Angestellter bei Pen & Paper.
Ich nenne das Irreführung. Ich gebe die Nachsendeauftragsnummer jetzt nicht an, da ich sie schlicht nicht zur Hand habe. Da die Menschen, die mir an meine alte Adresse schreiben diese Nummer auch nicht zur Hand haben, schließe ich messerscharf, dass mein Name alleine ausreichen dürfte, um den zutreffenden Vorgang zu ermitteln.

Gerne können Sie mein Anliegen auch im Internet nachlesen, unter http://philorama.blogspot.de/2016/07/offener-brief-die-post.html

Mit freundlichen Grüßen

Philipp C. Munzinger

Montag, Juni 20, 2016

Versorgungsausgleich und Milchmädchen



Beim Versorgungsausgleich werden sämtliche Altersversorgungen, die auf eine Rentenzahlung gerichtet sind, in Höhe des Ehezeitanteils hälftig geteilt. (Grundsatz).
Bei der Teilung fallen Kosten an.
 In einer Sache liegen nun Auskünfte zu jeweiligen Betriebsrenten vor:

Ihre Ehefrau hat bei der Wasweißich eine Altersversorgung für die Ehezeit in Höhe von 7.269,20 EUR erworben.
Die Wasweißich berechnet Teilungskosten in Höhe von 3%, ergibt 218,08 EUR.
Also erhält der Ehemann 7.269,20-218,08=7.051,12/2=3.525,26 EUR

Dieser hat bei Woanders eine Altersversorgung für die Ehezeit in Höhe von 7.317 EUR erworben.
Woanders berechnet keine Teilungskosten.
Also erhält seine Ehefrau 7.317/2=3.658 EUR

Wenn der Versorgungsausgleich durchgeführt wird hat
Die Ehefrau
Wasweißich (abzgl. Teilungskosten) 3.525,26
Woanders ………………………………….....3.658,00
……………………………………………....……..7.183,26
zuvor..................................................7.269,20
Verlust …………………………………......……….85,94

Der Ehemann
Wasweißich (abzgl. Teilungskosten) 3.525,26
Woanders …………………………....……….3.658,00
…………………………………………....………..7.183,26
zuvor..................................................7.317,00

Verlust …………………………….....…….……..133,74

Fazit:

Wir sollten den Versorgungsausgleich hinsichtlich der betrieblichen Anrechte ausschließen, dann haben beide etwas davon.

Dienstag, Juni 07, 2016

Wenn die Katze sich in den Schwanz beißt - lächerlicher Streitwert für Auskunftklagen

Im Familienrecht geht es oft um Unterhalt - wer bekommt von wem wie viel?
Daher stellt das Gesetz neben die materiellen Ansprüche auf Zahlung entsprechende wechselseitige Auskunftsansprüche der vermeintlichen Anspruchsgegner, um die Berechtigung der Ansprüche nach Grund und Höhe ermitteln zu können.

Oft sind es gar nicht die reinen Zahlen, um die erbittert gestritten wird, sondern bereits die Verpflichtung zur Auskunftserteilung selbst, obwohl hier die Rechtslage (einigermaßen) eindeutig ist.

Um nun renitenten Auskunftsverweigerern das Leben schwer zu machen, setzt die Rechtsprechung den Streitwert für reine Auskunftsverfahren in der Regel so niedrig an, nämlich mit 500 EUR, dass hiergegen Rechtsmittel schon an der Zulässigkeitsschwelle scheitern, § 61 Abs. 1 FamFG.

Dabei wird der zeitliche Aufwand des Auskunftsschuldners geschätzt und mit einem Stundensatz gem. §§ 20ff JVEG multipliziert, der zwischen 3,50 EUR und 21,- EUR liegt. Um ein paar Belege zu sammeln, zu ordnen und zu kopieren sind so gut wie nie mehr als 20 Zeitstunden erforderlich.

Kosten für die Hinzuziehung einer sachkundigen Hilfsperson sind regelmäßig nicht zu berücksichtigen, weil die Auskunftsperson regelmäßig selbst dazu in der Lage sei, die Auskunft zu erteilen.

In der Rechtswirklichkeit bringen Mandanten aller gesellschaftlichen Schichten, Berufe und Bildungsgrade ein mehr oder minder geordnetes Sammelsurium an Belegen, Auszügen, handschriftlichen Listen und Urkunden zu ihrem Verfahrensbevollmächtigen und hegen die meist berechtigte Erwartung, dieser werde die Schriftstücke sichten, auswerten und in die richtige Reihenfolge bringen.

Bei einem vergleichsweise hohem Gegenstandswert von 599 EUR ergäben sich nach RVG diese Gebühren:

Bei einer Nettogebührenhöhe von 252,- EUR und einem betriebswirtschaftlichem Richtwert von 200 EUR pro Anwaltsstunde, ergibt sich eine vertretbare Bearbeitungszeit von 75 Minuten für das Sichten, Auswerten und Ordnen der von der Mandantschaft übergebenen Zettel  Schriftstücke.

In dem hier entschiedenem Fall (BGH, XII ZB 503/15, Beschluss vom 16.03.2016)  hatte das Gericht einen Zeitaufwand von etwa 5 Zeitstunden orakelt, die die auskunftsverpflichtete Ehefrau benötigen sollte, um die geforderte Auskunft erteilen zu können.

Um jedoch auf eine anwaltliche Honorarhöhe von (5x 200) 1.000,- EUR zu kommen, wäre ein Streitwert von etwa 5.000 EUR erforderlich.










Wollten also die Gerichte die Streitwerte der rauhen Wirklichkeit anpassen, würde der Trick der Verfahrensbeschleunigung durch Streitwertfestsetzung ins Leere laufen.

Anm.: Nach Abzug der Aufwendungen für Büromiete, Ausstattung, Personal, Fortbildungskosten, Haftpflichtversicherung, Steuern und sozialer Sicherung bleiben dann von einem Stundensatz von 200 EUR auch dem Anwalt etwa zwischen 30 und 50 EUR unter dem Strich übrig.


Montag, Mai 23, 2016

Danke

Lieber Matthias Klappenbach,

mit jurablogs.com haben Sie für mich und unzählige weitere Juristen eine Plattform geschaffen, auf der wir uns über aktuelle Entscheidungen, Trends und Entwicklungen, Gesetzesvorhaben und dies & jenes bestens informieren konnten.

Ganz nebenbei verdankt auch mein Blog den Großteil seiner Leser ihrer Weg weisenden Einrichtung.

Schade, dass sie die Seite am 31. Mai einstellen werden, aber zuvor möchte ich mich hiermit noch in aller Form bei Ihnen und ggf. ihrem Team sehr herzlich bedanken.

Philipp C. Munzinger

Blogautor in Teilzeit
Rechtsanwalt in Vollzeit

Montag, Februar 29, 2016

NEIN - zur häuslichen Gewalt


Im Zuge einer Trennung kommt es leider sehr oft zu unschönen Szenen. Kein Wunder, wenn auf der einen Seite die Liebe erkaltet ist und der andere Partner das noch nicht wahrhaben möchte. Zum Glück dauert diese Phase oft nicht lange und die Situation beruhigt sich wieder.
In einigen Fällen gipfelt die emotionale Achterbahn allerdings in Belästigungen, Beleidigungen, sinnloser Zerstörungswut und Gewalttätigkeiten. Erste Anlaufstelle muss immer die Polizei sein, denn nur die Polizei verfügt über die Befugnisse, die einen unmittelbaren Schutz bewirken können.
Der nächste Schritt sollte dann aber das nächst gelegene Amtsgericht sein. Dort können Anträge nach dem Gewaltschutzgesetz eingereicht werden. Je nach Lage des Einzelfalles kann kombiniert werden:
  • - Zuweisung der Wohnung
  • - Betretungsverbot
  • - Näherungsverbot
  • - Kontaktaufnahmeverbot

Im Gegensatz zu polizeilichen Maßnahmen wie etwa einem Platzverweis, der nur für die Dauer von 14 Tagen ausgesprochen werden kann, können Maßnahmen nach dem Gewaltschutzgesetz für bis zu 6 Monate angeordnet werden.
Wenn Kinder betroffen sind, stellt sich auch die Frage, ob Sorgerecht und Umgang wie bisher ausgeübt werden können.
Als Rechtsanwalt kann ich Sie hierbei kompetent beraten und die entsprechenden Anträge für Sie stellen.
Meine Tätigkeit kostet natürlich etwas, da ich damit meinen Lebensunterhalt verdiene. Oft kann beim Amtsgericht ein Antrag auf Bewilligung von Verfahrenskostenhilfe gestellt werden, so dass die Kosten zunächst nicht der entscheidende Faktor sein sollten. Gewalt ist keine Lösung. Ihr nachzugeben erst Recht nicht.

Montag, November 09, 2015

Automobile Fehlkonstruktion

Dieser Vorgänger unserer Familienkiste wurde 2013 durch einen Opel Combo abgelöst. Und - leider- hat auch da der Konstrukteur keinen besonders hellen Moment erwischt. Der Combo steht nun seit 2 Wochen in der Werkstatt, wo nach einem Wildschaden die Stoßstange ausgetauscht werden musste. Dass die aus optischen Gründen lackiert werden muss, obwohl das in meinen Augen schon völliger Quatsch ist, nun ja.
Aber liebe Opelaner und FIATelisti *), dass in diese Stoßstange die Lichter eingeschweißt werden, das kann ich überhaupt nicht mehr verstehen. Denn auch Glühlampen haben keine unbeschränkte Lebensdauer. Sollte im Dunkeln mal ein Licht oder gar beide ausfallen, bedeutet euer genialer Einfall doch nur, dass man ohne Abschleppdienst nicht mehr weiter kommt, denn ein Austausch der Birne kann nur in der Werkstatt erfolgen.
Unser Combo kommt nun nicht vom Fleck, weil offenbar beim Austausch der Stoßstange der linke Nebelscheinwerfer beschädigt wurde und die Werkstatt nun seit 10 Tagen auf dieses Ersatzteil wartet.

*) Der Opel Combo basiert im Wesentlichen auf dem FIAT Doblo

Freitag, Oktober 23, 2015

Start in den Morgen endet an Tragpfeiler im Parkhaus

Für alle, die juristische Inhalte vermissen:
Die Bauvorschriften für Parkhäuser erscheinen mir reformbedürftig.
Für alle anderen folgt hier eine heitere Geschichte zum Ausklang der Arbeitswoche:

Es war Freitag, kurz vor 9:00 Uhr, als der erfahrene Scheidungsanwalt Phileas McMunz sich zu einem weiteren anstrengenden Bürotag aufmachte.  Die Kinder waren angezogen, gefrühstückt und zur Schule gegangen, den Morgenkaffee und die Lektüre der webnews hatte er bereits hinter sich. Alles war für einen ereignisreichen Arbeitstag vorbereitet.

Im Parkhaus fand Phileas seinen Lieblingsparkplatz mit der No. 1 noch frei. Also steuerte er geschickt seinen Wagen in die enge Lücke zwischen der Außenwand des Parkgeschosses zur rechten und einem Tragpfeiler auf der linken Seite. 

Doch etwas an diesem Morgen war anders, zunächst beschlich ihn nur ein Gefühl, doch diese Vorahnung sollte sich rasch bewahrheiten.

Auf Stellplatz 2 stand nämlich bereits der DeLorian des Juweliers Doc McBee, der sonst einen anderen Sektor der Garage nutze.

McMunz wuchtete seinen athletischen Körper aus seinem Fahrzeug und entnahm noch wichtige Unterlagen, die er von zu Hause mitgenommen hatte. Da begriff er - er war gefangen. Der Weg aus der Parklücke war versperrt.

Vor und rechts neben ihm eine Wand. Links stand der Juwelier und dazwischen der Tragpfeiler, der den Durchgang so verengte, dass sich McMunz mit seiner über Jahre gepflegten Figur nicht zwischen seinem Wagen und der Säule hindurchquetschen konnte.

Er überlegte nicht lange und tat das Einzige, das ihn aus dieser wahrhaft verfahrenen Situation retten konnte. Er bestieg seinen City-Flitzer, legte den Rückwärtsgang ein und manövrierte meisterhaft zum Stellplatz 12 von wo aus er ungehindert seinen Weg zum Schreibtisch antreten konnte.

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Anmerkungen des Verfassers:
1. Die Geschichte hat sich so ähnlich tatsächlich ereignet.
2. Mehr von Phileas McMunz ist hier zu finden


Donnerstag, August 06, 2015

Kurzbegriff für Herzinfarkt eines Anwalts? Advocard!

Der Begriff "advocard" setzt sich zusammen aus "Advokat", einem veralteten Begriff für "Rechtsanwalt" und "myocard", medizinisch für "Herzmuskel". Andere Deutungsversuche müssen in den Bereich der Fabel verwiesen werden, einem Lieblingsgebiet der Werbebranche.

Warum eine Rechtschutzversicherung, die doch eigentlich die Zufriedenheit ihrer Kunden als oberstes Ziel ansehen sollte, sich einen derart negativ besetzten Namen zulegt, muss im ersten Schritt mit Verwunderung zur Kenntnis genommen werden.

Dass aber diese Versicherung aus ihrem unglücklich gewählten Namen auch noch ein Programm macht und zielsicher bei den anwaltlichen Leistungserbringern ihrer Kunden für permanenten Bluthochdruck sorgt, das muss mit ungläubiger Verachtung und allseitiger Warnung, mit diesem Unternehmen in geschäftlichen Kontakt zu treten, bedacht werden.

Der Verfasser hat vor Jahren schon seinen Unmut über die Geschäftspraktiken der Rechtschutzversicherer veröffentlicht.

Stein des Anstoßes für diesen Beitrag ist allerdings ein Schreiben der Versicherung, deren Name besser nicht genannt werden sollte:

Darin heißt es wortwörtlich:

"Der Vergleich wurde zur Abgeltung aller Ansprüche geschlossen. Wir bitten daher noch um Erstattung der anteiligen, in den € 2.700,- enthaltenen Geschäftsgebühr."

Vorausgegangen war ein Wald-und Wiesen-Fall. A macht gegen B eine Summe X geltend. B lehnt ab. A klagt gegen B. Als nebenforderung macht A gegen B auch die vorgerichtlichen Anwaltskosten aus dem Streitwert X geltend (Geschäftsgebühr). Im Termin vergleichen sich A und B über die Summe Y. Im Vergleich heißt es "zur Abgeltung aller streitgegenständlicher Forderungen".

Ich selbst bin nun seit mehr als 15 Jahren anwaltlich tätig. Mein älterer Kollege hat schon mehr als 40 Jahre lang als unabhängiges Organ der Rechtspflege fungiert, also nicht als Staatsanwalt, gleich welchen Ranges.(!)

Weder ihm noch mir ist jemals nach einem deratigem (und durchaus üblich formulierten) Vergleich eine ähnliche Reaktion einer Rechtschutzversicherung vorgekommen. Der Kollege schlägt vor, ich solle die A...card anschreiben und darauf verweisen, sie möge sich mit ihren Ansprüchen an ihren Versicherungsnehmer wenden, da zwischen unserer Kanzlei und der Versicherung schließlich keinerlei vertragliche Beziehungen bestünden. Natürlich müsste man dem Mandanten in einem Begleitschreiben erläutern, was man von dem Ansinnen der Versicherung hält. Man könnte auch dezent darauf hinweisen, dass auch andere Versicherungen hübsche Schadenssachbearbeiter und Schadinnensachbearbeiterinnen hätten. Das ist ein Vorschlag eines Praktikers mit jahrzehntelanger Erfahrung.

Weil das Wetter so schön ist und ich mir draußen keinen Sonnenbrand holen wollte, habe ich mir die Mühe gemacht mit dem bekannten Rechtsexperten Prozessor G. Oogle zu chatten.

Soweit ersichtlich ist auch G. Oogle  ein ähnlicher Fall seitens einer Rechtschutzversicherung noch nicht untergekommen, zumindest nicht auf den vorderen Plätzen.

Aber in der Rechtsprechung findet sich eine Entscheidung des OLG Koblenz vom 18. 11.2013, der die Abgeltung der außergerichtlichen Geschäftsgebühr im Rahmen des Kostenfestsetzungsverfahrens betrifft. Diese Entscheidung hat Herr Kollege Norbert Schneider hier vorgestellt:

"Der Einwand des Beklagten, die Vergleichsformulierung "zur Abgeltung aller streitgegenständlichen Forderungen" belege die Einbeziehung, greift deshalb zu kurz, weil die Anwaltskosten als bloße Nebenforderung geltend gemacht wurden. Auch aus dem Gebrauch des Plurals (Forderungen) lässt sich im vorliegenden Fall nichts Entscheidendes herleiten, weil in der Hauptsache über mehrere Forderungen gestritten wurde. Nach dem Wortverständnis des Beklagten hätte die Formulierung näher gelegen, dass der Vergleichsbetrag "zur Abgeltung aller Forderungen" gezahlt werde. Allerdings wäre auch dann der Anrechnungsumfang offen geblieben."

Kurz und gut. Auch rechtlich ist die Forderung mehr als fraglich. Und mein Blutdruck ist auch wieder im Normbereich.

Freitag, Juli 31, 2015

Zum Haare raufen - Teil 2:


Ich vertrete einen Unfallbeteiligten. Der Unfall wurde von der Polizei aufgenommen. Als zuständiger Versicherer des gegnerischen Fahrzeuges wurde die R+V Versicherung angegeben. Ich frage beim Zentralruf der Autoversicherer nach und erhalte dort die Auskunft, R+V stimmt und die Versicherungsnummer. Prima!
Auf mein Schreiben an die R+V meldet sich jemand, teilt mit, die R+V sei nicht zuständig. Doof!
Ich schreibe an die R+V, verweise auf den Zentralruf. Es meldet sich jemand von der Kravag (einem Tochterunternehmen der R+V). Er habe den Vorgang geprüft, die Kravag sei zuständig. Ich möge ihm den Schriftverkehr übermitteln. Prima!
Heute geht ein Fax der Kravag ein. Die Kravag sei doch nicht zuständig. Ein aktueller Vertrag für das Unfalldatum sei dort nicht bekannt. Man habe die Zulassungsstelle angeschrieben. Doof!
Ich greife zum Telefon, rufe die Kravag an. Der Vorgang wird mir bestätigt. Die Daten beim Zentralruf der Autoversicherer seien nicht immer aktuell. Die Zulassungsstellen hätten aber tagesgenaue Daten.
Soll ich jetzt bei jedem Unfallmandat die Zulassungsstelle des Unfallgegners anschreiben???

Zum Haare raufen - Teil 1

Ich habe im März 2015 eine Antrag auf Bewilligung von Prozesskostenhilfe beim Landgericht Wiesbaden gestellt.
Die zuständige Einzelrichterin hat bislang noch nicht darüber entschieden. Dafür korrespondieren seither 2 Anwälte umfangreich über immer neue Tatsachen.
Um die Sache abzukürzen habe ich dem letzten Schriftsatz zu Az: xy 08/15-PKH ein unterschriebenes Schriftsatzdoppel meiner Klage vom xx. März 2015 beigefügt, verbunden mit der Bitte, diese nach erfolgter PKH-Bewilligung an den Beklagten zuzustellen.
Heute kommt die Gerichtskostenrechnung über 666,- €

Über den PKH-Antrag wurde nicht entschieden!

(bei bewilligter Prozesskostenhilfe - früher Armenrecht genannt- sind keine Gerichtskosten einzuzahlen!)

Dienstag, Juni 30, 2015

Warum wir den Euro erhalten müssen?

Ich war 2001 bei Einführung der Euronoten skeptisch. Wie soll eine Währungsunion ohne politische Union gut gehen?, fragte ich damals.

2014 bin ich zu der Einsicht gekommen, die Abschaffung des Euro wird teuer.

2015 frage ich mich, was wird teurer, den Euro zu behalten oder ihn abzuschaffen.

Ich sehe keine Vorteile. Internationaler Handel hat stets einen Weg gefunden, sich gegen Währungsrisiken und Kursschwankungen abzusichern.

Touristen haben auch stets andere Länder bereist.

Europa kann nicht mit der Brechstange vereinigt werden.

Wenn der Euro eine so vorteilhafte Errungenschaft wäre, warum finden dann seit mehr als 5 Jahren ständig Krisengipfel statt, um seine Unzulänglichkeiten zu beseitigen?

Kommentare ausdrücklich erwünscht.

Mittwoch, Juni 24, 2015

Die Folgen einer guten Tat


Am 17.6.2015 hatte ich für den Mannheimer Anwaltsverein kostenlose Rechtsberatung für Menschen mit geringem Einkommen geleistet.

Heute rief mich einer dieser Rechtssuchenden an, dem ich empfohlen hatte, einen Beratungshilfeschein zu beantragen und damit und seinem Problem zu einem Anwalt seiner Wahl zu gehen.

"Ob ich nicht einen Zweizeiler für ihn fertigen könne?", fragte er, worauf ich ihm erwiderte "Grundsätzlich ja, aber nur gegen Vorlage eines BRH-Scheines und ordnungsgemäßer Beauftragung".

Er fragte weiter, was ihn das koste und ich sagte ihm, eine Kostenbeteiligung von 15,- EUR.

"Guter Mann, 15 EUR für einen kurzen und einfachen Brief?"
"Ja" meinte ich, "wenn ihm das zu viel sei, dann solle er ihn eben selber schreiben". Darauf wünschte ich ihm noch einen guten Tag und legte auf.

Hintergrund:

Auch ein kleiner, kurzer einfacher Brief verursacht administrativen Aufwand, eine Akte muss angelegt, 5 Jahre lang aufbewahrt und danach fachgerecht entsorgt werden. Es entstehen Personal- und Portokosten. Und ob es bei einem kleinen kurzen Brief mit einfachstem rechtlichen Inhalt bleibt? Wer weiß das schon?
Oder soll ich den Schlusssatz aufnehmen:

"Bitte antworten Sie nicht mir, sondern meinem Auftraggeber, da ich nur und ausschließlich mit der Abfassung eines einzigen kleinen, kurzen Briefes einfachster Art mandatiert wurde"

Und auf die Anrede "Guter Mann" kann ich auch gut und gerne verzichten.

Freitag, Mai 29, 2015

Monster unter dem Küchentisch

Bei der Zubereitung des Abendessens fiel mein Blick unter den Küchentisch und ich erstarrte beinahe zur Salzsäule: So etwas Schreckliches hätte ich in unseren Breitengraden nicht vermutet.




Ein dunkler,fleischiger Körper und dicke kräftige Beine. War es ein Käfer oder eine entlaufene, exotische Spinne?

Ich musste der Sache auf den Grund gehen, um meine Familie vor einer Katastrophe zu bewahren.
Nicht auszudenken, die Göttergattin würde des Monsters ansichtig. Der Feierabend wäre unrettbar verdorben gewesen.

Langsam pirschte ich mich an meine Fotobeute heran. Eine unbedachte Bewegung -
.
.
.
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- den weiteren Verlauf wollte ich mir gar nicht ausmalen. Wie schnell hätte dieses Urviech in einer Spalte verschwinden können, aus der es mich mit seinen kalten,mordlüsternen Augen anstarren würde.

Ich legte mich also behutsam auf den Boden, schob mich Zentimeter um Zentimeter voran, Bis ich die richtige Distanz erreicht hatte, um mir Klarheit über die Spezies meines Gegenüber zu schaffen.

Dank meiner profunden Kenntnisse aus dem Biologie-Grundkurs und des mir in den Jahren selbst angefressenen Wissens war die Identifizierung eindeutig



uva obscura culinaria

oder die rote, kernlose Weintraube.




Mit dieser spannenden Reportage aus den häuslichen Gefilden möchte ich mich von jurablogs.com verabschieden.











Donnerstag, April 30, 2015

FAST hätten mir die Worte gefehlt

Ich habe ja schon viel erlebt, aber solche Dreckspatzigkeit von einer Versicherung war mir neu:
Am 9. März 2015 wende ich mich per e-mail an die HELVETIA Haftpflichtversicherung: -keine Antwort
Am 17. April frage ich per e-mail nach, ob ich zu der Schadensmeldung vom 9. März auch eine Antwort bekomme.
Am 29. April geht dieses Fax bei uns ein:

Geht's eigentlich noch?
Geantwortet habe ich übrigens auch...